Meine Geschichte

ALINA SPEIS

Tischlermeisterin

Selbstständig seit 2025

Nordrhein-Westfalen

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Ich habe einen Beruf, in dem ich jeden Tag körperlich arbeite und habe keine Absicherung für meinen Betrieb, wenn ich frühzeitig vor der Geburt ausfalle. Das macht mir Angst und ich bin enttäuscht. Ich habe einen gut laufenden Betrieb und werde finanziell vom Land nicht unterstützt. Aus dem Grund gründen Frauen weniger und vorallem nicht bevor die Kinderplanung abgeschlossen ist. Aber wer gründet denn danach noch mit Kleinkindern? Unterstützt selbstständige Frauen!! Jetzt!!
— Alina Speis

Persönliche Folgen des fehlenden Mutterschutzes

Ich muss zusätzliche Versicherungen abschließen, die in der Zeit etwas finanziell auffangen können. Bei weitem nicht ausreichend! Und ich muss mir eine Schwangerschaft vorab ansparen. Ich bin Tischlerin und bin täglich Lärm, Dreck, Staub, Ausdünstungen von Lacken und schwerem Heben ausgesetzt. Angestellte Tischlerinnen dürften ab der Bekanntgabe der Schwangerschaft die Tätigkeit nicht mehr ausüben. Ich muss aber arbeiten bis meine Fruchtblase platzt. Alleine der Gedanke muss doch schon Anregung genug sein dass Mutterschutz für die ungeborenen Kinder und natürlich auch die Mütter so wichtig ist und wirklich Pflicht sein muss! Ich gehe ein finanzielles Risiko ein, ein Kind zu bekommen. Das kann es einfach nicht sein.

VITA

ALINA SPEIS

Tischlermeisterin

Ich bin Alina, 32, komme ursprünglich von der Ostsee bei Kiel und lebe nun seit 8 Jahren am Niederrhein. Ich habe nach meinem Abitur eine duale Ausbildung zur Handelsfachwirtin abgeschlossen und habe danach meinen Ehemann kennengelernt und bin für uns an den Niederrhein gezogen. Ich habe nebenbei immer handwerklich gearbeitet und mein Mann hat mich darauf gebracht, dass ich doch Tischlerin werden könnte, um mein Hobby zum Beruf zu machen. Und es war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich habe eine Tischlerlehre in Aachen bei einem Möbelbaubetrieb absolviert. Der Betrieb hat großen Wert auf Nachhaltigkeit und Massivholz gelegt. Somit habe ich den schönsten Start in die berufliche Laufbahn als Tischlerin genossen. Ich habe mit 26 die Lehre abgeschlossen und dann paar Jahre als Tischlerin gearbeitet. Ich wollte aber mehr und hatte das Verlangen meine eigene Chefin sein zu wollen. So entschied ich mich mit 30 die Meisterschule zu besuchen und habe den Meistertitel bekommen. Anschließend habe ich mich selbstständig gemacht und parallel auch linset Eigenheim mit meinem Mann zusammen restauriert. Ich bin nun seit einem Jahr selbstständig und es läuft großartig. Meine Auftragsbücher sind rappelvoll und ich liebe meinen Job. Aber ich bin auch die Frau in meiner Beziehung und jünger werde ich nicht. Deshalb steht auch die Kinderplanung an und finanziell wird es wirklich eine kritische Zeit. Und auch sehr ungewiss, weil ich nicht weiß wie es weiter geht. Was passiert mit meinen Betrieb, wie lange geht’s mir gut um arbeiten zu können. Wann muss ich im Anschluss wieder anfangen? Es sollte eigentlich eine wunderschöne Erfahrung sein, Kinder zu bekommen, aber mir macht es einfach nur große Sorgen.