Meine Geschichte

ELVIRA BIERBACH

Heilpraktikerin

Selbstständig seit 1992

Nordrhein-Westfalen

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Selbstständige Schwangere brauchen endlich einen Mutterschutz, der ihre Gesundheit schützt, ihr Einkommen sichert und die Existenz ihrer Praxis oder ihres Betriebs nicht gefährdet. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen.

Wie wichtig diese sind, zeigt sich besonders deutlich in der Heilpraktikerschaft: Wer als Heilpraktikerin tätig sein will, muss sich in aller Regel selbstständig machen – Möglichkeiten einer Anstellung gibt es kaum. Rund 80 Prozent der Praxen werden von Frauen geführt.

Das empirische Gutachten des BMG bestätigt zugleich: Die Heilpraktikerschaft ist ein wichtiger Teil unserer Gesundheitsversorgung. Wenn wir diese Ressource erhalten und stärken wollen, müssen wir auch dafür sorgen, dass Frauen ihren Beruf und ihren Kinderwunsch miteinander vereinbaren können.

Mutterschutz für Selbstständige ist kein Wohlfühlprogramm für Frauen, die gerne ein Baby bekommen möchten. Er ist eine gesellschaftliche und moralische Verpflichtung – und zugleich ein Wirtschaftsfaktor. Denn wenn selbstständige Frauen wegen einer Schwangerschaft ihre berufliche Existenz aufgeben oder gar nicht erst aufbauen können, verliert die Gesellschaft wertvolle Arbeitskraft, Kompetenz und unternehmerisches Potenzial. Ethisches und ökonomisches Denken kommen hier zum gleichen Schluss: Es braucht Mutterschutz für Selbstständige!
— Elvira Bierbach

Persönliche Folgen des fehlenden Mutterschutzes

Seit über 30 Jahren begleite ich junge Kolleginnen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Ich habe erlebt, dass Frauen auf Kinder verzichtet haben, um ihre Praxis gründen oder erhalten zu können. Andere haben wegen einer Schwangerschaft ihre Praxis geschlossen oder den Schritt in die Selbstständigkeit gar nicht erst gewagt. Wenn Frauen sich zwischen Kinderwunsch und beruflicher Existenz entscheiden müssen, läuft etwas grundsätzlich falsch. Das darf nicht sein.

VITA

Elvira Bierbach

Heilpraktikerin

Ich bin Heilpraktikerin, Autorin und Herausgeberin und seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten selbstständig. 1992 gründete ich meine eigene Praxis und übernahm im selben Jahr eine Heilpraktikerschule in Bielefeld, die ich über 30 Jahre leitete. In dieser Zeit habe ich viele hundert Menschen (ganz überwiegend Frauen) auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Dabei habe ich an unzähligen Beispielen miterlebt, vor welchen besonderen Herausforderungen Frauen stehen, wenn der Aufbau bzw. der Erhalt einer beruflichen Existenz und die Familienplanung zusammentreffen.

Seit über 25 Jahren engagiere ich mich berufspolitisch für die Heilpraktikerschaft. Darüber hinaus bin ich Autorin zahlreicher Lehrbücher und Herausgeberin der Deutschen Heilpraktiker Zeitschrift.

Auch in diesen Zusammenhängen begegnen mir immer wieder die Lebenswege selbstständiger Frauen, die Mutter werden oder sein wollen: selbstständige Journalistinnen, Redakteurinnen, Autorinnen, Fotografinnen, Webdesignerinnen...
In meinem Freundeskreis gibt es selbstständige Handwerkerinnen, Freiberuflerinnen, Unternehmerinnen und Künstlerinnen.

Sie alle tragen Verantwortung für ihre Familien – und zugleich für ihre Praxen oder Betriebe, für Patienten, Kunden und Klienten und natürlich auch für ihre Angestellten.

Diese Frauen stehen für viele Menschen ein. Doch wenn sie schwanger werden, fehlt ihnen selbst eine verlässliche Absicherung. Das muss sich ändern.

Mein berufliches Leben hat mir gezeigt, wie viel Mut, Arbeit und Verantwortung in einer selbstständigen Existenz stecken. Frauen dürfen nicht vor die Entscheidung gestellt werden: berufliche Existenz oder Familie. Beides muss möglich sein.