Meine Geschichte
„Selbstständigkeit und und Kinderwunsch dürfen kein finanzielles Risiko sein. Frauen, die Verantwortung übernehmen und Unternehmen aufbauen, dürfen bei einer Schwangerschaft nicht allein gelassen werden. Die Politik muss diese Lücke endlich schließen! Keine Frau sollte sich zwischen einem Kind und ihrer beruflichen Existenz entscheiden müssen. “
Persönliche Folgen des fehlenden Mutterschutzes
Ich habe über die Künstlersozialkasse* zwar einen Teil meines Einkommens abgesichert bekommen, aber längst nicht alles. Die verbleibende Einkommenslücke musste ich selbst auffangen.
*Anmerkung der Redaktion: Selbstständige, die über die KSK Mutterschaftsgeld erhalten, erhalten nicht 100% ihres regelmäßig erzielten Arbeitseinkommens, sondern maximal 70%. Dies ist eine klare Benachteiligung.
“Selbständige Künstlerinnen und Publizistinnen, die über die KSK in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, haben im Regelfall sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung (Mutterschutzfrist) Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Über den Anspruch auf Mutterschaftsgeld entscheidet die jeweils zuständige Krankenkasse. Bei Antragstellung ist der Krankenkasse eine ärztliche Bescheinigung über den voraussichtlichen Tag der Entbindung vorzulegen. Die Höhe des Mutterschaftsgeldes beträgt 70 % des erzielten regelmäßigen Arbeitseinkommens, höchstens desjenigen Einkommens, das der Beitragsberechnung zur Künstlersozialversicherung in den letzten 12 Monaten vor Beginn der Mutterschutzfrist zugrunde gelegen hat.” - Quelle: KSK
VITA
JULIA GÁMEZ MARTÍN
Künstlerin
Ich bin nach meinem Diplom 2009 als Sängerin und Schauspielerin in die Selbstständigkeit gegangen ohne drüber nachzudenken, was das für meine zukünftige Familienplanung bedeuten könnte. Als junger Mensch macht man sich darüber keine Gedanken und das ist auch gut so. Ich hatte das Glück als Künstlerin durch die Künstlersozialkasse abgesichert zu sein. Ich konnte somit arbeiten, so lange es mir gut ging in der Schwangerschaft, mir aber auch eine Pause gönnen ohne finanzielle Sorgen zu haben.
Und trotz Absicherung ist es auch bei mir ein großes Thema gewesen. Ich kann mir gut Vorstellen, dass ich mich ohne Absicherung vielleicht gegen ein Kind entschieden hätte.