Meine Geschichte

„Als selbstständige Landwirtin erlebe ich: Schwangerschaft darf nicht zur wirtschaftlichen Unsicherheit werden. Unser Betrieb kann nicht einfach pausieren, Tiere, Kulturen und Mitarbeitende brauchen weiterhin Organisation. Betriebshilfe kann uns zwar entlasten, ersetzt aber nicht automatisch unser eigenes Einkommen. Ich wünsche mir deshalb eine Absicherung, die Selbstständige während Schwangerschaft und Mutterschaft genauso verlässlich auffängt wie Angestellte.“
— Katharina Wellner

KATHARINA WELLNER

Landwirtin

Selbstständig seit 2023

Niedersachsen

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Persönliche Folgen des fehlenden Mutterschutzes

Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb kann ich mich während einer Schwangerschaft und nach der Geburt nicht einfach aus dem Geschehen zurückziehen. Tiere, Mitarbeiter, Büro, Feldarbeiten und tägliche Entscheidungen laufen weiter, auch dann, wenn körperlich eigentlich Ruhe nötig wäre. Die Verantwortung bleibt bei einem selbst. Gleichzeitig fehlt die Sicherheit, für die eigene Arbeitsleistung finanziell aufgefangen zu werden. Mutterschaft wird dadurch schnell zur zusätzlichen wirtschaftlichen und organisatorischen Belastung, obwohl gerade in dieser Zeit eigentlich Raum für Erholung und Familie sein sollte.

VITA

KATHARINA WELLNER

Landwirtin

Ich bin Katharina Wellner und lebe und arbeite mit meinem Mann und unseren drei Kindern auf unserem landwirtschaftlichen Betrieb. Mein Weg in die Landwirtschaft war nicht von Anfang an vorgezeichnet. Nach dem Studium der Agrarwissenschaften promovierte ich zunächst in Göttingen, parallel habe ich 2018 mit der Haltung von Legehennen in einem Hühnermobil auf dem Betrieb meines Mannes begonnen. Aus dieser Idee ist über die Jahre ein eigener Betriebszweig mit heute rund 1.900 Hennen und unserer Direktvermarktung „Jerstedter Wiesenei“ entstanden.


Inzwischen bewirtschafte ich gemeinsam mit meinem Mann unseren landwirtschaftlichen Betrieb als gleichberechtigte Unternehmerin. Unser Schwerpunkt liegt im Ackerbau und in der Legehennenhaltung. Dabei gehören für mich nicht nur Stall und Feld zum Beruf: Ich kümmere mich ebenso um Büro, Vermarktung, Organisation und die Weiterentwicklung unseres Betriebes.
Gleichzeitig bin ich Mutter von drei Kindern. Unser Familienleben und unser Betrieb sind eng miteinander verbunden. Unsere Kinder wachsen mit Tieren, Maschinen, Feldern und dem ganz normalen Hofalltag auf.


Genau diese Verbindung beschäftigt mich auch über unseren eigenen Betrieb hinaus: Wie können Frauen Landwirtschaft unternehmerisch gestalten und gleichzeitig Familie leben? Ich möchte dazu beitragen, dass Frauen auf Höfen sichtbarer werden und selbstverständlich als Unternehmerinnen wahrgenommen werden, nicht als „helfende Ehefrauen“, sondern als Menschen, die Landwirtschaft aktiv mitgestalten und Verantwortung tragen.