Meine Geschichte

MAXIME KRÄMER

Schreinermeisterin und Technische Lehrerin

Selbstständig bis 2023

Baden-Württemberg

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Die fehlende Absicherung im Mutterschutz darf nicht länger ursächlich dafür sein, dass selbstständige Frauen sich gegen die Aufnahme oder auch Weiterführung einer/ihrer selbständigen Tätigkeit entscheiden.
— Maxime Krämer

Persönliche Folgen des fehlenden Mutterschutzes

Betriebsschließung auf Grund zu großer Sorge, dass eine zweite Schwangerschaft genau dieselben finanziellen und emotionalen Belastungen mit sich bringen würde. Die Erfahrungen in der Schwangerschaft und den ersten Lebensmonaten meiner Tochter haben mich geprägt. Die ständige Zerrissenheit zwischen den Betrieb halten wollen, aber auch für mein Kind da sein wollen, hat mich sehr ausgelaugt. An dem Tag, an dem der Petitionsausschuss sich mit unserem Thema befasst hat, habe ich entschieden, dass ich die Selbstständigkeit aufgeben werde. Ich hatte im Gefühl, dass sich so schnell nichts an der Situation ändern wird und dieser Belastung wollte ich, mit dem Wunsch nach einem zweiten Kind, nicht noch einmal stellen.

VITA

Maxime Krämer

Technische Lehrerin

Ich habe in meiner Kindheit und Jugend immer schon gerne mein Zimmer umgestellt und neu eingerichtet. Nachdem ich die Schule beendet hatte, war ich anfangs davon überzeugt, dass ich Architektur studieren möchte. Im Zuge der Vorbereitung auf das Studium habe ich mich in einer Schreinerei um einen Praktikumsplatz beworben und dort dann auch ein dreimonatiges Praktikum absolviert. Nachdem ich dann aber einen Architektur-Studienplatz zugesagt bekommen hatte, hat es sich nicht richtig angefühlt, diesen anzunehmen.

Also habe ich weitere Berufsfelder ausprobiert und bin dann nach einem Jahr voll verschiedener Eindrücke zu dem Entschluss gekommen, dass ich erst einmal eine Ausbildung zur Schreinerin machen möchte.

In die Selbstständigkeit bin ich dann nach dem erfolgreichem Abschluss der Meisterschule mehr oder weniger hineingeschlittert. Ich hatte so viele Anfragen von Freunden und Bekannten, dass ich plötzlich in meiner eigenen Werkstatt stand. Ich hatte viel zu tun und habe mir von meinen laufenden Einnahmen nach und nach meine Maschinen gekauft. Ich hatte zwischenzeitlich den ein oder anderen Angestellten und war insgesamt 7 Jahre selbstständig. Ich habe meine Tochter in der Selbstständigkeit bekommen und habe mich nach langem innerlichen Ringen mit mir selbst und dem großen Wunsch nach einem zweiten Kind gegen die Weiterführung meiner, mit viel Leidenschaft aufgebauten, Werkstatt entschieden. Ich habe die Entscheidung nach anfänglicher Trauer im Nachhinein nicht bereut, da ich einen Job gefunden habe, der mir unglaublich viel Freude bereitet. Ich darf heute als Berufsschullehrerin angehende Gesellinnen und Gesellen auf ihrem Weg begleiten und das macht mich aktuell glücklich. Außerdem habe ich seit nun fast einem Jahr einen wundervollen Sohn, den ich, durch den vorhandenen Mutterschutz in meinem jetzigen Beruf, in Ruhe ins Leben begleiten konnte, wie es mir bei meiner Tochter leider in diesem Maße, auf Grund der fehlenden Absicherung, nicht möglich war.